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Wir sind Marcel und Antje aus Hannover und reisen und leben seit 2012 mit unseren zwei Kindern durch Norwegen und Schweden. Wir freuen uns unsere Erfahrung und Wissen mit euch zu teilen.

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Jul 16

Slow Travel mit der Familie

By Vegbegleiter | Auswandern & Reisen

Slow Travel mit der Familie

4 Jahre, 4 Länder. So fällt unser Fazit als Familie aus, wenn wir über „unsere Reise“ sprechen. Wir definieren uns selbst, als langsam Reisende. Als Slow – Traveler. Doch was ist langsam Reisen eigentlich und was mögen wir gerade so sehr daran, eben nicht eine Vielzahl an Orten und Sehenswürdigkeit

in einem kurzen Zeitraum zu bereisen?

Rückblickend sind wir als Auswanderer gestartet. Unzufrieden und mit geringen Chancen als Familie in Deutschland glücklich zu werden, sind wir in die Nähe des nördlichen Polarkreises gezogen. Über Norwegen und Deutschland sind wir wieder zurück nach Schweden, diesmal in den südlichen Teil.  Wir sind einfach furchtbar langsam gereist ohne es am Anfang geplant zu haben.

 

Was bedeutet Slow Travel oder sogar Ultra Slow Travel für uns?

Wir haben gelernt das Beste aus unserer Reise herauszuholen. Dabei ging es uns nicht darum so viel wie möglich zu sehen, auch nicht darum, wie viele Länder, Städte oder Sehenswürdigkeit wir in ein oder zwei Wochen sehen könnten, nur um beweisen zu können „wir waren schon da“. Für uns bedeutet Reisen mehr zu erfahren. Mehr über Mentalitäten, mehr über Kulturen, mehr über das Land. Wenn du nicht bleibst, kommst du nie über das Urlaubsgefühl hinaus und verpasst, das Land mit all’ seinen Vorzügen, aber auch all’ seinen Nachteilen.

Am Rande des Polarkreises, des schwedischen Lappland, haben wir erfahren, wie fantastisch ein Winter sein kann. Dahingegen war der Sommer mit all’ seinen Mücken kaum zu genießen. Die schwedischen „knott“ sind ganz kleine Mücken, die man nicht sieht und leider auch nicht hört, das Resultat aber abends an den geplagten Hautstellen erkennt. Hätten wir also nur den Winter genossen oder gar nur den Sommer, hätten wir nie beurteilen können, ob wir uns dort dauerhaft dort niederlassen wollen.

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Slow Travel ist für uns also eine völlig umfassende Erfahrung, besonders beim längeren und tieferen Austausch mit den Einheimischen. Es geht darum Aktivitäten anderes zu genießen und zu machen. Es geht darum sich Zeit zu nehmen, Zeit, die uns in unserem Alltag fehlt, ja warum wir uns eigentlich auf Reise begeben um uns eben zu erholen. Es geht nicht darum, das zu tun was jeder macht. Einfach mal bleiben.

Kommunikation und Konfrontation, sonst wird das Reiseerlebnis für uns zu steril.

Wenn wir heute über unsere Reiseerfahrungen berichten, dann sind es immer wieder die Momente mit Menschen, die unsere Reise unvergesslich gemacht haben und über die wir noch jahrelang sprechen werden, weil sie einen Eindruck hinterlassen haben. Einen Abdruck hinterlassen, den uns irgendwelche Plätze, Gebäude oder Brücken eben nicht langfristig geben können. Hinter die Fassaden zu schauen, geht nur mit stehenbleiben, langsam sein. Kein flüchtiger Blick. Keine Snapchat Message. Slow Travel ist wie ein detailliertes Buch mit neuen Worten, Ideen, Gerüchen, Geschmäcken, Klängen und eben Menschen, die dies alles erschaffen.

Auch wir waren einmal die, die durch Orte rasten. Zu Beginn unserer Auswanderung, machten wir eine 10 tägige Reise mit dem Wohnmobil durch Schweden. Wir haben immer nur maximal ein Tag pro Ort verbracht und hatten durch die Aufenthalte auf den Campingplätzen sehr wenig Kontakt zu Einheimischen.

Geplante Reisen bieten keine Momente für das Unerwartete. Es gibt keine Vorfreude oder Überraschungen.

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Es gibt Menschen, die müssen vor Ihrer Reise wissen, wie ihre tägliche Speisekarte aussieht, noch bevor sie dort angekommen sind.

Was nehmen diese Leute von ihren Reisen mit? Können sie sich entspannen? Sicherlich. Aber müssen sie verreisen, wenn sie ihre Komfortzonen einfach nur an einen anderen Ort verlagern, obwohl sie dies doch alles zu hause haben? Wir alle genießen das Leben in so vielen Bereichen und Lebenslagen anders. Für den einen ist das Reisen, uns würde so eine Art der Reise unglaublichen langweilen. So what! Individualität macht uns Menschen besonders!

 

 

Wir lieben das Unerwartete, das Unbekannte. Für uns ist Slow Travel eine Art von maßgeschneiderte Reise ohne die passende Schneiderei dafür zu haben.

 

Niemand wählt was wir essen. Niemand wählt was wir tun oder wie lange wir bleiben.

Wie geht langsam reisen?

Es gibt viele Möglichkeiten langsam zu reisen und keiner ist perfekt. Du kannst wie wir 4 Jahre auf Reise sein. Du gehst auf einen vierzehntägigen Urlaub und reist langsam zum Beispiel mit dem Zug oder mit dem Fahrrad.

 

Du lässt dich an einem langen Wochenende einfach dahin treiben. Die Erfahrungen und Auswirkungen, die dir jede Reise bereithält ist unbezahlbar. Denke nicht nach, was du machen musst. Tue es einfach und tue es langsam. Besonders, wenn du Zeit hast.

Lerne auf deiner Reise eine Sprache. Komme in Kontakt mit Menschen und bestelle in einer Bar einfach in Landessprache. Ein einfaches „Hallo“, „Danke“ oder“Auf wiedersehen“ reißt jedee Mauer ein. Du wirst es merken.

Du hast die Möglichkeit für dich und deine Familie eine Homebase zu finden. Ein Ort an dem ihr immer wieder zurück kehren könnt. Wichtig ist dabei, sich nicht als Tourist zu fühlen, die Unverbindlichkeit ablegen, Beziehung aufbauen, sich anpassen, und schauen ob alle in der Familie mit den Gegebenheiten klarkommen. Du solltest mit deiner Familie zusammentragen was jedem am wichtigsten ist. Wollt ihr in die Stadt, wollt ihr aufs Land. Welche Hobbys spielen eine Rolle? Gibt es Schulen und Kindergärten? Müsst ihr arbeiten und einen Job suchen? Für uns war klar, dass wir solange reisen und die Orte wechseln bis wir die perfekte Homebase gefunden haben. Unsere Umzüge sind jetzt nach 5 Jahren (erst mal) vorbei. Warum wir eine Homebase wollen, in der wir uns sauwohl fühlen? Ja, natürlich geht es uns um die Sicherheit, nicht den letzten Notanker zu kappen, wenn zum Beispiel jemand schwer krank wird oder wir uns zu alt fühlen zu reisen. Aber auch weil wir das Gefühl schön finden, irgendwohin nach Hause zu kommen.

Heute fühlen wir uns trotz gefunden Homebase in Schweden, nicht am Ziel. Immer wieder haben wir Jobs gekündigt, haben sprichwörtlich Haus und Hof gepackt und sind in ein neues Land, mit immer wieder neuen Gegebenheiten gezogen. Erinnerungen bleiben. Unser Kopf aber kann einfach nicht stehenbleiben, er wird immer wieder auf Reisen sein.

Okt 09

5 Gründe Risiko einzugehen

By Vegbegleiter | Frei & Unabhängig

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Downshifting
Okt 09

Downshifting – Mehr Zeit, weniger Geld!

By Vegbegleiter | Frei & Unabhängig

 

Warum wir für mehr Zeit auf Geld verzichten

Mehr Zeit zur Verfügung zu haben, war für uns schon immer ein wichtiger Punkt im Leben.
Ich würde behaupten, dass er der Hauptgrund war warum wir Deutschland verlassen haben und nach Skandinavien gezogen sind.
Das starre Arbeitssystem und unsere eingefahrene deutsche Denkweise, ließ uns kaum Spielraum zu Veränderung an unseren Arbeitsplätzen. Der ständige Kampf um monetäre Absicherung und Erfolg in der “mein Haus, mein Auto, mein Boot” Gesellschaft. Das dauerhafte Abverlangen unserer Kinder von morgens um 7 bis Abends um 8. Erst Mathe und Chemie, dann Sport und Musik. Zimmer aufräumen und medialer Konsum. Keine Zeit für gesunde Mahlzeiten. Diese Dauerbelastungen brannten uns alle einfach aus. Bestimmt hast du auch das Gefühl, das du das Wochenende nur zum Putzen oder einkaufen nutzt. Jedes Mal das ständige warten auf das nächste Wochenende, auf den Urlaub, auf die Rente.
Aber wir brauchen Zeit für uns selber! Zeit um abzuschalten, aufzutanken und sich neu zu fokussieren. Wünscht du dir nicht auch mehr Zeit für dich, deinen Kinder oder für deine Leidenschaft und Freunde? Wir finden, dass es nichts Schlimmeres gibt als seine Kinder nicht aufwachsen zu sehen. Das kann kein Geld der Welt ersetzen!
“Keine Zeit ist keine Tatsache. Es ist deine Entscheidung”

Finde deine Zeitfresser!

Wir haben unseren Tag geplant und vorbereitet. So kochen wir Essen vor oder schmieren Brote für den nächsten Arbeitstag. Die Klamotten für die Kinder werden bereitgelegt. Die Kaffeemaschine vorbereitet, so dass der Morgen um einiges entspannter startet.
Trotzdem gibt es Gewohnheiten, die einfach überflüssig zu sein scheinen, doch irgendwie zu unserem täglichen Alltag gehören.
So kommt wir um die tägliche Fahrtzeit zur Arbeit, inklusive Fahrten zu Schule und Kindergarten nicht Drumherum. Hast du dich schon mal gefragt wie viele Stunden du täglich, wöchentliche oder monatliche für Pendelfahrten verschwendest?  Uns gruselt es immer wieder, wenn wir darüber nachdenken, das wir fast 2 Stunden jeden Tag damit verbringen den Chauffeur zu spielen.
Früher war für mich als Fußball-Fan, die Fußballberichterstattung am Wochenende Pflicht. “Einkaufen?” “Ja, aber um 15.30 Uhr sind wir wieder zuhause” “Am Samstag kommen X und Y”. “Ne, das geht nicht, da guck ich Fußball”. Verrückt oder? Kennst du das auch, dass Fernsehkonsum deinen Alltag bestimmt? Die Glotze ist einer der größten Zeitfresser überhaupt. Wenn dein Arbeitstag mal wieder zu stressig war, du Stress mit einem Kollegen hattest oder gerade eine unangenehme finanzielle Situation überstehen musst? Der 16:9 – Psychologe hilft! Zumindest glauben wir das. Die ultimative Ablenkung raubt uns nur Zeit. Unsere Satellitenschüssel hat sich mal so verstellt, dass wir zwei Wochen komplett auf den Kasten verzichten mussten. Am Anfang war der “Entzug” hart, doch schon nach wenigen Tagen erleichternd. Der Haushalt lief besser. Prioritäten, die sonst immer unter “ach  ja, muss ich ja auch noch irgendwann machen” fielen, wurden umgehend erledigt. Höchste Zeit, dass wir die Zeit, die wir mit fernsehen verbringen, sinnvoller nutzen!
Das gleiche gilt auch für das Surfen im Internet. Die Smartphone machen es uns heutzutage möglich immer und überall online zu gehen! Mails abzurufen oder schnell noch das Feld beim Online Strategiespiel ernten. Ich habe kürzlich alle Apps mit bunten Vögeln und grünen Schweinen entfernt. Wenn es bei dir auch so weit ist wie bei mir, das du noch nicht einschlafen “darfst”, weil in 10 Minuten dein virtueller Kuchen fertig gebacken ist oder deine animierten Hühner noch schnell Nachts um 3 Uhr Futter benötigen, dann solltest du auch diesen Zeitfresser schnellstmöglich entfernen.

Wie bekommt man also mehr Zeit?

Wir haben mit Downshifting angefangen. Downshifting ist die Verringerung der Arbeitszeit. In Schweden wird es uns sehr leicht gemacht. Hier hast du das Recht, deine Arbeitszeit bis auf 75% zu verringern, wenn du Kinder hast, die unter 8 Jahren alt sind. In Deutschland hast du auch einen gesetzlichen Anspruch auf Verringerung deiner Arbeitszeit (§8 Teilzeit- und Befristungsgesetz). Auch wenn die Hürde im deutschen Arbeitsgesetz aus meiner Sicht etwas höher erscheint, möchten wir dich dazu motivieren, mit deinem Arbeitgeber darüber zu sprechen, ob eine Verringerung deiner Arbeitszeit möglich wäre.
Uns stehen dadurch natürlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Doch was gewinnen wir? Ganz klar: kostbare Lebenszeit, Zeit unsere Lebensaufgabe zu erfüllen und die zeitliche Möglichkeit unseren Traum zu verwirklichen, Geld selbständig zu verdienen.
Dazu musst du natürlich bereit sein auf etwas Luxus zu verzichten, oder dir eher die Frage stellen, brauche ich das alles?
Minimalismus tut gut!
DownshiftingWeniger ist manchmal mehr. Wir erfreuen uns an den kleinen Dingen im Leben. Wir legen keinen Wert auf dauerhaft neue Kleidung. Auch den Weg zum Friseur sparen wir uns oft. Unsere Kinder bekommen oftmals Second Hand Klamotten von Kinderflohmärkten, solange sie noch klein sind und es Sie nicht weiter stört. Wir müssen und wollen uns auch nicht mit anderen messen. Wir verzichten auf den jährlichen Urlaub, dafür vielleicht einen ausgiebigen und erholsamen jedes zweite oder dritte Jahr. Wir sind die letzten Jahre so oft umgezogen. Teure Möbel wären da eine absolute Verschwendung gewesen.
Wir pfeifen auf Karriere und Luxus Leben. Wir wollen weit über Work-Life Balance hinausgehen. Raus aus dem Hamsterrad. Das Leben genießen.
“Unsere Wahre Aufgabe ist es glücklich zu sein”
Dalai Lama